Sotralentz verdoppelt innerhalb von vier Jahren Umsatz    
Der Konzern, der auf Armaturen, Kessel- und Behälterbau und die Plasturgie für das Baugewerbe spezialisiert ist, verzeichnet in allen Geschäftsbereichen erneut zweistelliges Wachstum

Das Kapital der Firma Sotralentz, das von 1904 bis 2008 ausschließlich im Besitz der Familie war, wurde jetzt auf die Geschäftsführer des Konzerns ausgeweitet. Der Vorstandsvorsitzende und langjährige Gesellschafter des Unternehmens, Patrick Lentz, hat zwei Drittel des Gesellschaftskapitals an Karl Burkardt, den Obersten Geschführer des Konzerns, und Jacques Ducaruge, den Generaldirektor, verkauft. Die Firma Sotralentz mit Geschäftssitz im Elsass, hat auch Niederlassungen in Deutschland, Polen, Spanien und Rumänien und ist eines der führenden Unternehmen im Bereich der Herstellung von Armaturen, dem Kessel- und Behälterbau und der Plasturgie für die Bauindustrie. Diese Entwicklung stärkt das Team, das dem Unternehmen aus Drulingen (Region Unterrhein/Elsass) in allen Bereichen der Herstellung – von Baustahlmatten über Holzverkleidungen und Tunnelbetonsegmente bis hin zu Plastikabwassertanks - zu einem zweistelligen Wachstum verholfen hat: Ein Boom in der Sanitärindustrie. Die Umsatzzahlen, die 2007 annähernd €400 Mio. erreichten, haben sich innerhalb von vier Jahren verdoppelt. Innerhalb desselben Zeitraums hat der Konzern mit 1.500 Mitarbeitern an seinen beiden Standorten im Elsass und in Lothringen 200 junge Metallarbeiter neu eingestellt, obwohl die 2000er Jahre mit einem Sozialplan begonnen hatten, von dem 150 Personen betroffen waren. Künftig sind die Straßen das Hauptwachstumshindernis: „Die schlechten Straßen hindern uns daran, Trommeln für Betonmischfahrzeuge von über 170 Tonnen zu liefern, obwohl wir durchaus in der Lage wären, Trommeln von 250 T zu produzieren“, seufzt Jacques Ducaruge. Mit einem jährlichen Wachstum von fast 20% steht die Firma Sotralentz im Bereich des nicht-öffentlichen Sanitärwesens an der Spitzenposition, wobei sie einer sehr fragmentierten Konkurrenz gegenüber steht. Der Konzern verfügt im Geschäftsbereich Plasturgie über ein Dutzend Forscher. „Eine Serie neuer Produkte wird unsere Positionen ab dem neuen Beginn nach der Sommerpause stärken“, so Jacques Ducaruge. Außer Frankreich sind Spanien und Polen die wichtigsten Zielländer dieses Geschäftsbereiches. Die Baustahlmatte hält sich. Die Baustahlmatten, die über die Hälfte des Umsatzes ausmachen, überleben die Krise in der Stahlindustrie unbeschadet: „Im Gegensatz zu unseren Kunden schaffen wir es, die Preiserhöhungen ohne weitere Schwierigkeiten weiterzugeben. Langzeitverträge mit unseren Lieferanten haben uns vor den Problemen der Knappheit bewahrt“, so der Generaldirektor. Auf diesem Markt, den die unabhängigen Firmen der verarbeitenden Industrie den integrierten Unternehmen der Stahlindustrie streitig machen wollen, hat Sotralentz jedoch keine Angst vor deren Konkurrenz, denn, befreit von den Mengenverpflichtungen der großen Stahlfabrikanten, kann der Konzern je nach der Konjunkturlage und dank der Verteilung der Arbeitszeit auf das ganze Jahr entweder beschleunigen oder bremsen.
Laurent Miguet
Jacques Ducaruge, Generaldirektor "Die Diversität ist eine Quelle der Bereicherung"
Die Familie Lentz teilt das Eigentum am Kapital der Firma Sotralentz fortan mit zwei Geschäftsführern. Welches Wirtschaftsmodell ist für ein so vielfältiges Industrieunternehmen wie Sotralentz am besten geeignet?
Diese Frage haben wir uns natürlich während der Krise auch gestellt, die wir zu Beginn der 2000er Jahre durchgemacht haben, mit dem Fazit, dass die Risiken, die mit den Zyklen eines jeden Geschäftsbereichs verbunden sind, dank unserer Diversität gemindert werden und dass diese eine Quelle von Synergien und eine Quelle der Bereicherung darstellt. Die Übergänge zwischen den Geschäftsbereichen ermöglichen es uns, Karrierepläne anzubieten.
Warum haben Sie sich zu einer Charta über die Diversität verpflichtet, in der der Kampf gegen die Diskriminierung an oberster Stelle steht?
Wenn man die Besten einstellen will, dann geht es in erster Linie darum, die Diversität zu fördern, und das insbesondere in einer Grenzregion. Und dieses Leitthema ist in einem Konzern mit Niederlassungen in verschiedenen europäischen Ländern, der in Frankreich auch eine große Zahl von Mitarbeitern türkischer Herkunft einstellt, gerechtfertigt. Die Charta bezieht sich auch auf den Bereich der Behinderten und auf die Parität, d.h. die Leitung der 300 Mitarbeiter unseres Geschäftsbereichs Plasturgie untersteht einer Frau von unter 30, und eine andere Frau von 26 Jahren trägt hohe Verantwortung in unserem Geschäftsbereich Kessel- und Behälterbau.

Interview von Olivier Berthelin und Laurent Miguet

 
   
 
   
     

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